Das sogenannte Armenhaus in der unteren Bahnhofstraße in Gräfenberg verweist auf mehr als drei Jahrhunderte städtische Sozialgeschichte. Eine verwaschene Inschrift auf einer Sandsteintafel neben der Haustür nennt den hochherzigen Stifter und das Erbauungsjahr: "ZU GUT DEN ARMEN LEUTEN LIES (!) DIESES HAUS BEREITEN HERR JOH. KEES A. MDCCV". Im Jahr 1705 also wurde mit einer Spende des damaligen Kantors Johann Kees, des Schulleiters und Lehrers der Knabenklasse, das Haus in der Vorstadt errichtet. Genau 300 Jahre war es in städtischem Besitz und von Geringverdienenden bewohnt.

2005 konnte Josef Werner das Anwesen erwerben und nach und nach sanieren, weitgehend in Eigenleistung: Fachwerkfreilegung, denkmalgerechte Fenster und Türen, behutsamer Innenausbau.

Beim Verputzen der Straßenfront half in diesem Sommer der Bautrupp der Altstadtfreunde seinem Mitglied. Zum Abschluss spendete der Verein eine Erklärungstafel im Rahmen seines beschilderten Altstadtrundgangs.